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Vegetatives Nervensystem/ Vegetative Dysregulation in Berlin Mitte

Das vegetative Nervensystem (= autonomes Nervensystem) regelt die Prozesse, die der Mensch nicht willentlich beeinflussen kann, d.h. es funktioniert ohne willentliche Steuerung. Dazu gehören unter anderem Herzschlag, Blutdruck und Verdauung. 

Organisch wird das vegetative Nervensystem in den Sympathikus als anregenden Teil und den Parasympathikus als beruhigenden Teil untergliedert. Zusammen halten sie den Körper im Gleichgewichtszustand, um die Homöostase zu erhalten.

 

Sympathikus - Kämpfen und Flüchten

Erweiterung der Pupillen, Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems (Beschleunigung der Herzfrequenz, Erhöhung des Blutdrucks), Intensivierung der Atmung (Erweiterung der Bronchien und Verminderung von Bronchialschleim), Verminderung der Verdauung (Verminderung Sekretion von Verdauungssäften (z.B. Speichel), verminderte Darmbewegung), an der Haut Verengung der Blutgefäße, Schweißsekretion, Aufstellen der Haare, Geschlechtsorgane (Gefäßverengung, Ejakulation)

 

Parasympathikus - Ruhen und Verdauen

Verengung der Pupillen, Beruhigung des Herz-Kreislaufsystems (Verlangsamung der Herzfrequenz, Senkung des Blutdrucks), Beruhigung der Atmung (Verengung der Bronchien und Vermehrung von Bronchialschleim), Intensivierung der Verdauung (Vermehrte Sekretion von Verdauungssäften (z.B. Speichel), vermehrte Darmbewegung), keine Wirkung auf Blutgefäße und Schweißsekretion der Haut, Geschlechtsorgane (Gefäßerweiterung, Erektion)

 

Sympaticoton – parasympathicoton führen zu einem Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung und sind idealerweise im Gleichgewicht.

 

Eine Stressreaktion des Körpers geht mit einer Sympathikusaktivierung einher und ist normal und an sich nicht gesundheitsschädigend und sogar manchmal eher ein angenehmes und leistungssteigerndes Erleben (Prüfung, Besprechung etc.). Das Problem in der heutigen Zeit liegt in der Übererregung des Sympathikus und der damit einhergehenden unzureichenden Regenerierung vom Stress.

Der dauerhafte Stressreiz führt zur Reaktion des Körpers auf muskulärer Ebene (Anspannung), hormoneller Ebene (Immunsystem) und vegetativer Ebene (Sympathikusaktivierung). Dies wiederum hat im Zentralen Nervensystem Einfluss auf die Reizverarbeitung, die mit einer Senkung der Schmerzschwelle einhergeht, was zur Schmerzverstärkung führt. So entsteht ein Teufelskreis zwischen Stress und Schmerz. Zudem erhöht sich durch die durch Stress verursachte vegetative Dysregulation das Risiko für verschiedene Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen.

 

Negative Auswirkungen von Stress auf vegetativ-hormoneller Ebene:

  • häufiges Schwitzen

  • schnelles Erröten

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden (hoher Blutdruck, Herzrasen, -stolpern)

  • gastrointestinale Beschwerden (Sodbrennen, Reizdarm)

  • Atembeschwerden

  • Schlafstörungen

  • chronische Müdigkeit

  • Schwindelanfälle

  • sexuelle Funktionsstörungen

 

Das Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus wiederherzustellen!


 

Wie wir das vegetative Nervensystem beeinflussen können:

  • Medikamentös (Amitriptylin, Procain-Basen-Infusionen, Vagusvit(R)-Infusionstherapie)

  • Hydrotherapie (Wechsel von Wärmereiz und Kältereiz regen Regulation an, z.B. Güsse, Wickel, Sauna, Wassertreten)

  • Sport/ Bewegung, Ausdauertraining (z.B. Ergometertraining, Laufbandtraining, Walking/Nordic Walking)

  • (Psychologische) Entspannungsverfahren (Atemtherapie, PMR nach Jacobson, Autogenes Training, Qi Gong, Achtsamkeitstraining)

  • Schlafhygiene: regelmäßiger Wach-/Schlafrhythmus, angenehme und schlaffördernde Schlafumgebung (Temperatur, Licht, Geräusche) schaffen, Mittagsruhe (Nickerchen, „Siesta“) ideal 20 Minuten, max. 30 Minuten, sonst Gefühl der Schlappheit

  • Achtsames Essen und Trinken/ gesunde Ernährung: ausgewogene Ernährung, Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse (Hunger, Durst), Geniessen, Mikronährstoffanalyse (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente), intermittierendes Fasten, Omega-3-Fettsäuren

  • Regulationsmedizin: Akupunktur, Homöopathie, Sauerstofftherapie, Manuelle Therapie, Osteopathie, Entgiftung, Neuraltherapie

 

Wie man eine vegetative Dysregulation messen oder feststellen kann:

Mit Hilfe der VNS-Analyse können wir Veränderungen des vegetativen Nervensystems (vegetative Dysregulation) messen und unsere Therapien mit derselben Methode auch überprüfen und kontrollieren und wenn notwendig, verändern. Ziel ist es, die Herzratenvariabilität (HRV) zu erhöhen und den Körper zu regenerieren.

 

Dr. Bülent Kılıç

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